Eine kurze Einführung in das Krocket

Allgemeines

Krocket (engl. „Croquet“) ist in seinem Kern eine taktische Auseinandersetzung. Jeder Spieler versucht, seine zwei Bälle so zu manövrieren, daß er selbst punkten kann, während er die Pläne seines Gegners durchkreuzt. Am Ende eines Spielzugs versucht er sich in einer günstigen und seinen Gegner in einer ungünstigen Position abzulegen.

Dabei können sowohl offensive als auch defensive Spielzüge ausgeführt werden. Krocket ist eine eigenständige, außerordentlich interessante und herausfordernde Sportart, die vereinfachend als eine Mischung von Snooker, Schach und Golf kategorisiert werden könnte. Die zwei Hauptspielarten des Krockets sind das „Association Croquet“ und das „Golf Croquet“.

Golfkrocket

Golfkrocket ist die zwischenzeitlich hauptsächlich in Deutschland und Kontinentaleuropa gespielte Krocketart. Taktik ist nicht unwichtig, im Vordergrund steht aber eine gute Schlagtechnik und präzises Positionieren der Bälle. Die Regeln des Golfkrockets sind leicht zu erlernen, die Ausführung genauer und zuweilen auch spektakulärer Schläge verlangt indes Übung und Erfahrung. Geschlecht und körperliche Konstitution sind nicht von Bedeutung da es sich um ein nicht athletischen Sport handelt – allerdings ist mentale Ausdauer von hoher Wichtigkeit.

Golfkrocket wird mit vier Bällen gespielt: Schwarz und Blau gegen Rot und Gelb. Auf dem 25,8 x 32 m großen, absolut ebenen Spielfeld befinden sich sechs zu durchspielende Tore und ein Stab in der Mitte des Rasens. Man unterscheidet – ähnlich dem Tennis – zwischen Einzel- und Doppelspielen, wobei bei einem Doppel jedem Spieler eine Ballfarbe zugewiesen wird.

Nachdem der beginnende Spieler durch Münzwurf ermittelt wurde erhält er den blauen und den schwarzen Ball. Beginnend mit dem blauen Ball wird fortan in der Reihenfolge blau, rot, schwarz, gelb gespielt. Ein Spielzug besteht aus einem einzigen Schlag. Es gibt keine Sonderschläge für das Passieren eines Tores oder das Berühren eines anderen Balls.

Der aus sechs Toren bestehende Parcours ist einmal im Uhrzeigersindd und einmal entgegen dem Uhrzeigersinn zu durchspielen. An jedem Tor kann nur ein Punkt „verdient“ werden. Wenn ein Torpunkt erzielt wurde spielen beide Spieler mit ihren Bällen auf das nächst Tor. Es ist untersagt zum mehr als die Hälfte des Wegs zum übernächsten Tor vorzuspielen (Abseits). Der Spieler, der als erstes 7 Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel.

Kling simpel? ist es aber nicht, denn um jedes Tor wird natürlich gekämpft. Die Bälle des Gegners dürfen weggeschossen, der Weg zum Tor kann der gegnerischen Bällen mit eigenen Bällen verlegt werden. Der andere wiederum versucht dann, über diese hinweg durch das Tor zu springen (jump-shot). Eine bereits halb im Tor liegender Ball darf rückwärts wieder herausgeschossen werden. Die sich ergebenden Möglichkeiten sind erstaunlich mannigfaltig und machen das Spiel interessant. Oft kommt es zu einem regelrechten Nervenkrieg um einzelne Tore.

Damit auch Anfänger und starke Spieler gegeneinander spielen können, gibt es ein Handicap-System, welches dem schwächeren Spieler Sonderschläge gibt.

Die aktuellen Regeln gibt es nur im Englischen Originaltext unter:

The Rules of Golf Croquet

Association Croquet

Das komplizierte Regelwerk wie es in den „Laws“ der altehrwürdigen englischen Croquet Association niedergelegt wird sei hier kurz zusammengefaßt:

Auch Association Croquet wird mit vier Bällen gespielt: Schwarz und Blau gegen Rot und Gelb. Auf dem 25,8 x 32 m großen, absolut ebenen Spielfeld befinden sich sechs zu durchspielende Tore und ein Stab in der Mitte des Rasens. Man unterscheidet – ähnlich dem Tennis – zwischen Einzel- und Doppelspielen, wobei bei einem Doppel jedem Spieler eine Ballfarbe zugewiesen wird.

Jeder Spieler muß seine Bälle in einer bestimmten Reihenfolge und Richtung durch die Tore spielen (vgl. Diagramm), wobei jeweils ein Punkt erzielt wird. Jedes Tor muß zweimal passiert werden (in unterschiedlicher Richtung), so daß jeder Ball auf diese Weise 12 Punkte erzielen kann. Hinzu kommt ein Punkt am Ende für das Berühren des Stabes. Insgesamt kann jede Partei also mit Ihren beiden Bällen 26 Punkte erzielen.

Ein Ball punktet nur dann, wenn er ein Tor in der richtigen Reihenfolge und in der richtigen Richtung passiert. Unerheblich ist, ob der Ball direkt geschlagen wird oder durch die Berührung mit einem anderen Ball durch das Tor bewegt wird.

Den Farben der Bälle entsprechende Klammern (Clips) zeigen an, welches Tor der jeweilige Ball als nächstes durchlaufen muß. Die Clips werden für die ersten sechs Tore an der Querstange und für die zweiten sechs Tore (Rückrunde) an einer der Seitenstangen des Tores befestigt.

Die Spieler sind abwechselnd am Zug. In den ersten vier Spielzügen werden die Bälle von einer der beiden Startlinien an den Enden des Platzes herein geschlagen. Es gibt keine feste Reihenfolge in der die Bälle gespielt werden. Wenn sich die Bälle im Feld befinden, entscheidet jede Seite, welchen Ball sie während ihres Spielzuges spielen will (Spielball). Während des Spielzuges darf der Spielball nicht gewechselt werden.

Ein Spielzug besteht grundsätzlich aus einem Schlag, zusätzliche Schläge für den Spieler ergeben sich jedoch in zwei Situationen:

1. Wenn ein Spieler den Ball durch das (richtige) Tor bringt erhält er einen Extraschlag.

2. Wenn ein Spieler einen anderen Ball trifft (Rocket, Rocketieren), legt er seinen Ball so, daß dieser Kontakt zu dem getroffenen Ball hat. Anschließend spielt er seinen Ball erneut, wobei sich der in Kontakt befindliche Ball bewegen muß. Diesen Schlag ist der Krocketschlag (krocketieren). Anschließend hat der Spieler noch einen weiteren Schlag, sog. Fortsetzungsschlag.

In jedem Spielzug kann der Spieler jeden anderen Ball grundsätzlich nur ein Mal rocke- und krocketieren. Wenn der Spieler mit seinem Spielball jedoch ein Tor passiert, so können die anderen Bälle erneut auch innerhalb des gleichen Spielzuges getroffen werden um Extraschläge zu erhalten. So kann man bei entsprechender Geschicklichkeit durch die Kombination von Rocket-, Krocket- und Fortsetzungsschlägen mehrere Tore in einem Spielzug durchlaufen („break“).

Ein Spielzug endet, wenn der Spieler alle seine Schläge beendet hat, wenn ein Ball bei einem Krocketschlag nach außerhalb des Spielfeldes rollt oder wenn ein in den Spielregeln definierter Fehler gemacht wurde. Ein Spielzug endet also nicht zwangsläufig wenn ein Ball ins Aus gerät. Wenn der Ball bei einem anderen als dem Krocketschlag ins Aus rollt, wird er einen yard querab von dem Punkt wo der Ball die Auslinie überschritten hat in das Feld hineingelegt. Jeder Ball -mit Ausnahme des Spielballs (der Ball mit dem der am Zug befindliche Spieler spielt) der zwischen Yard- und Auslinie liegen bleibt, wird auf die Yardlinie zurückgelegt. Erst wenn der Spieler den letzten Schlag eines Spielzuges ausgeführt hat, wird auch der Spielball auf die Yardlinie gelegt, wenn dieser zwischen Yardline und Spielfeldgrenze oder im Aus liegt.

Ein Ball der das letzte Tor passiert hat wird als „rover“ bezeichnet und kann gegen den Stab gespielt werden oder einen anderen „rover“ gegen den Stab spielen. Wenn ein „rover“ den Stab berührt hat wird dieser aus dem Spiel entfernt.

Einige Unterschiede zu häufig verwendeten „Garten“krocketregeln:

1. Es geht nicht darum, den Gegner möglichst weit in die Büsche zu schlagen, sondern darum, ihn für sein eigenes Fortkommen zu benutzen.

2. Beim Krocketieren wird der Fuß nicht verwendet, etwa um die eigene Kugel am Wegrollen zu hindern.

3. Das Spiel beginnt nicht damit, daß die Bälle gegen einen Stab, oder aus einem Abstand von einem Meter vor dem ersten Tor geschlagen werden.

4. Die Bälle werden nicht in einer vorgegebenen Reihenfolge der Farben gespielt.

5. Die Bälle dürfen nur mit der Stirnseite des Schlägerkopfes gespielt werden.

 

Ein kompliziertes Spiel für Spinner ?

Auch wenn die Regeln –gerade des „Association Croquet“ vielleicht etwas kompliziert klingen: Eine Stunde auf dem Rasen lehrt hier mehr als tausend Worte. Probieren Sie es einfach aus! Besondere athletische Voraussetzungen sind dabei nicht erforderlich, Krocket wird von Männern und Frauen jeden Alters auf hohem Niveau gespielt. Lediglich ein gutes Auge, die Fähigkeit zur Konzentration und ein paar Sportschuhe mit flachen Sohlen sollten Sie mitbringen. Zugegeben: Krocket ist hierzulande kein Massensport, aber seine Freunde genießen gerade die daraus erwachsende Exklusivität und pflegen diese besondere Athmosphäre des ursprünglichen „weißen“ Sports. Kein Wunder also, daß bei den meisten Spielen neben dem „lawn“ kulinarische Köstlichkeiten gereicht und interessante Gespräche geführt werden. Vielleicht haben Sie Lust eine unserer Schnupperveranstaltungen zu besuchen: Der Deutsche Krocket Bund hält Adressen von Mitgliedsvereinen parat, die Sie gerne an den Sport heranführen.

Das Handicap im Croquet

Sowohl beim Association Croquet als auch beim Golfkrocket kann ein Handicap bestimmt werden, das auch beeinhaltet, daß zwischen zwei Spielern durch Extraspielzüge (sog. „bisques“) ein Ausgleich verschiedener Spielstärken erreicht wird. Dieses System unterstreicht den „demokratischen“ Charakter des Spiels bei dem Spielstärke nicht von Alter oder Geschlecht abhängt.

Beim Association Croquet basiert das Handicap-System allein auf der Einschätzung der Spielstärke durch einen Ausschuß des Verbandes oder des Vereins. Durch Siege und Niederlagen gegen Spieler höheren oder niedrigeren Handicaps verbessert oder verschlechtert sich das Handicap.

Handicaps liegen zwischen 0 und 32. Das bedeutet, daß ein totaler Anfänger mit Handicap 32 gegenüber einem 0 Handicap spieler 32 Extraspielzüge („bisques“) hätte. Es werden auch sog. „half-bisques“ vergeben, (zählen 0,5 auf der Handicaptabelle) die insoweit von einem „bisque“ abweichen, als daß beim nehmen eines „half-bisques“ kein Punkt erzielt werden kann. Ein „bisque“ kann nicht in zwei „half-bisques“ aufgeteilt werden. Zu beachten ist auch, daß bei dem Extraspielzug der ursprünglich gespielte Ball weitergespielt werden muß.

Ein „bisque“ wird durch lautes ankündigen gegenüber dem Gegner genommen. Damit man den Überblick über die Anzahl der noch vorhandenen „bisques“ nicht verliert, werden zu Beginn des Spieles sog. „bisque-sticks“ in der genau der den Handicaps entsprechenden Anzahl an den Spielfeldrand aufgestellt. Wenn ein Spieler ein „bisque“ nimmt, wird einer der „bisque-sticks“ herausgezogen und auf den Boden gelegt.

Für das Golfkrocket gilt abweichend vom Association folgendes:

Die Basis für das Handicap wird durch ermittelt, indem ein Spieler auf einem großen Krocketplatz (internat. Maße), von der „A“-Abschlaglinie abschlagend dreimal die ersten sechs Tore in richtiger Reihenfolge durchspielt werden. Die drei Ergebnisse (=Anzahl der Schläge) werden addiert und ergeben in der Handicaptabelle den „Grading score“ Das jeweilige Handicap ist dann aus einer Tabelle zu entnehmen. Alternativ dazu kann das Handicap durch den Vereins-Handicapper bestimmt werden.

Nach der erstmaligen Handicap-Bestimmung greift ein „automatisches“ Handicapsystem. Für jedes gewonnene Spiel erhält der Spieler einen Punkt, der über Punkteindex  zu einem besseren Handicap führt. Umgekehr wird für jedes verlorene Spiel ein Punkt abgezogen.

Kleine Materialkunde

Ein Spiel besteht aus sechs Toren, einem Stab („Peg“), vier Bällen, vier Seitenfahnen und vier Clips in den Ballfarben. Jeder Spieler benötigt einen Schläger.

– Der Schläger (engl. „mallet“) –

Krocketschläger sind ein vielerlei Formen und Größen erhältlich. Für das Association Croquet und das Golfkrocket scheiden von vornherein Kinderkrocket- und Gartenkrocketschläger aus. Diese sind zu leicht und aufgrund ihrer Konstruktion nicht für das „ernsthaftere“ Spiel geeignet.

Die Form des Schlägerkopfes (rund, eliptisch oder eckig) ist unerheblich, Größe und Gewicht sind es allerdings nicht. Für das Gewicht des Kopfes ist die verwendete Holzart (neuerdings gibt es auch Carbon-, Aluminium- und Kunststoffköpfe) entscheidend. Leichtere Schläger bestehen aus Esche oder Buchsbaumholz, die schwereren aus tropischen Hölzern insbesondere Pockholz (lignum vitae). Letzteres ist in den vergangenen Jahrzehnten immer seltener und teurer geworden. Zum Schutz der Stirnseiten werden häufig Schutzflächen aus Kunststoff aufgeklebt. Auch durch Messingeinfassungen wird das Risiko des Splitterns reduziert. Auch die Größe des Kopfes variiert geringfügig. Das Gewicht des Schlägers sollte drei engl. Pfund nicht unter- und drei Pfund 6 Unzen nicht überschreiten.

Der Schaft des Schlägers wird normalerweise aus Eschen-, Malaccha- oder Hickoryholz gefertigt. Zunehmend sind Carbon, Fiberglass und Metallschäfte erhältlich. Metall-, Fiberglass-, Malacchaholz- und gespleißte Hickorystiele sind flexibel und federn beim Schlag relativ stark („The extra-zzzzip“). Hickory ohne Spleiß federt leicht, Eschenholz ist insoweit relativ leblos. Viele der Spitzenspieler bevorzugen flexible Schäfte insbesondere aus Kohlefaserrohren.

Die Schlägerlänge sollte beim Standardgriff bis zur Hüfte reichen, wenn möglich noch einige Zentimeter länger sein. Im allgemeinen werden die Schaftlängen bei einer Höhe des Kopfes von ca. 7 cm bei ca. 90 bis 98 cm liegen. Nachträgliche Veränderungen am Schläger sollten nicht vorgenommen werden, da dieser dann seine Balance verliert.

Guten Krocketschläger kosten zwischen 150,00 EUR und 400,00 EUR

– Tore (engl. „hoops“) –

Die Tore bestehen aus Gußeisen und wiegen 2000 gr. Die Freiraum für den Ball beträgt ca. 1 mm.

– Bälle –

Bälle gibt es in den ersten Farben (blau, rot, schwarz, gelb) und den zweiten Farben (grün, rosa, braun, weiß). Sie bestehen aus Plastik und haben einen Durchmesser von 92 mm. Turnierbälle sind extrem gleichmäßig hergestellt und kosten pro Set (vier Stück) zwischen ca. 250,00 EUR und 500,00 EUR

Der Einstieg!

Spielen Sie mit uns Krocket und lassen Sie sich von der Faszination dieses Sports begeistern. Es gibt auch kommerzielle Veranstalter, die mit Ihnen ein Teambuilding oder Gruppenevent durchführen.

Bevor Sie ein Set kaufen, sollten Sie an einer Schnupperveranstaltung teilnehmen. Dort lernen Sie verschiedene Schläger und Bälle kennen und vermeiden so Fehlkäufe. Alle Vereine des DKB unterstützen Sie gern im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.

Unter beratender Mitwirkung unseres Verbands sind verschiedene Krocketanlagen geplant und umgesetzt worden. Bitte sprechen Sie uns an.

Eine umfangreiche Anleitung zur Anlage und Pflege eines heimischen Krocketplatzes im Garten ohne größere Erdarbeiten hat unser Mitglied Dr. F.W. Rothe verfasst – Der Krocketplatz im Garten

 

Verbandsregeln & Kosten

Satzung und die Regelungen zur Teilnahme an internationalen Turnieren sind für unsere Mitglieder sehr wichtig. Beide Dokumente zum Herunterladen finden Sie hier:

Satzung

Vergabe von Startplätzen

Gut zu wissen, dass die Mitgliedschaft in unserem Verband nicht die Welt kostet:

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